Zur Beachtung bei Großmengen von Möblierung für öffentliche Einrichtungen
Die Planung, Ausschreibung und Genehmigung von Raumkonzepten und Großraumbestuhlungen in staatlichen und kommunalen Gebäuden wie Rathäusern, Ämtern, Volkshochschulen, Bürgerhäusern, Gerichten oder Kulturzentren stellt Architekten, Baubehörden, Liegenschaftsverwalter und die Bauaufsicht vor komplexe Aufgaben. Große Räumlichkeiten in diesem Sektor unterliegen einer hochfrequentierten, intensiven und oft universellen Nutzung durch wechselnde Bürgerströme und Veranstaltungen.
Gleichzeitig müssen Gemeinschaftsräume ab einer bestimmten Personenzahl als gesetzlich definierte Versammlungsstätten strengste Sicherheitsauflagen erfüllen. Um baurechtliche Verstöße, Haftungsrisiken und Nutzungsuntersagungen zu vermeiden, müssen bei der Möblierung für öffentliche Einrichtungen, Großraummöblierungen, der Saalbestuhlung und Hallenbestuhlung strengste gesetzliche Vorgaben bezüglich Brandschutz, Paniksicherheit, Ergonomie, Barrierefreiheit und hoher mechanischer Festigkeit eingehalten werden. Dieser Leitfaden fasst die wesentlichen Richtlinien, Prüfverfahren und Materialanforderungen für klappbare Tische und stapelbare Objektstühle in Großmengen im Objektbereich zusammen, um eine rechtssichere Bauabnahme laut Bestuhlungsplan zu gewährleisten.
Baurechtliche Grundlagen und Personensicherheit in öffentlichen Gebäuden
Das fundamentale Regelwerk für die Saalbestuhlung, Hallenbestuhlung und Eventbestuhlung in Bürgerhäusern oder Ämtern Sie regeln exakt die maximal zulässige Anzahl von Sitzplätzen pro Reihe, die Anordnung der Sitzmöbel sowie die Fluchtwegbreite bei der Großraumbestuhlung. Architekten müssen im Bestuhlungsplan nachweisen, dass die Brandschutzauflagen erfüllt sind und die lichte Durchgangsbreite der Gänge zwischen den Reihen auch bei besetzten Plätzen, zurückgeschobenen Sitzmöbeln oder Gehhilfen jederzeit gewahrt bleibt.
Vorschriften zur Reihenverbindung und Paniksicherheit bei Reihenstühlen
Ein zentraler Aspekt bei Systemen für die Möblierung für öffentliche Einrichtungen, stapelbare Objektstühle, klappbare Tische und flexible Sitzmöbel ist die Gewährleistung freier Fluchtwege gemäß VStättVO. Werden stapelbare Objektstühle, Stapelstühle, Mehrzweckstühle oder Reihenstühle in Reihen aufgestellt, müssen sie so gekoppelt sein, dass sie von den Bürgern nicht verschoben oder im Notfall umgestoßen werden können. Im Falle einer Evakuierung oder Panik dürfen lose Reihenstühle oder ungesicherte klappbare Tische die Fluchtwege nicht blockieren.
Stuhlverbindung nach VStättVO. Integrierte Reihenverbinder aus Metall, die fest mit dem Stuhlgestell verschweißt sind, bieten hierbei die höchste Sicherheit für die Großraumbestuhlung und minimieren Aufstellzeiten beim schnellen Umbau von Seminar- auf Reihenbestuhlung.
Standardmaße, Barrierefreiheit und Platzbedarfsberechnung
Für die korrekte und effiziente Raumplanung im Bestuhlungsplan sind standardisierte Abmessungen der Reihenstühle, stapelbaren Objektstühle und Tische unerlässlich. Bei klassischer Hallenbestuhlung oder Saalbestuhlung haben sich Sitzbreiten von mindestens 45 bis 50 cm pro Platz etabliert. Für den Bereich der Möblierung für öffentliche Einrichtungen sind zudem oft ergonomische Schalen sowie stabile Armlehnen als Aufstehhilfe gefragt. Die lichte Durchgangsbreite zwischen den Stuhlreihen muss im unbesetzten Zustand mindestens 40 bis 45 cm betragen. Bei Systemen für klappbare Tische haben sich Maße wie 120x80 cm oder 140x70 cm bewährt.
Brandschutz und Zertifizierungen für öffentliche Einrichtungen
Der vorbeugende Brandschutz ist für Bauaufsichten das kritischste Prüfkriterium in Behörden- und Gemeinschaftsbauten. Da Produkte der Möblierung für öffentliche Einrichtungen, stapelbare Objektstühle, klappbare Tische und mobile Sitzmöbel häufig aus Holzkomponenten, Kunststoffen oder Polsterstoffen bestehen, müssen sämtliche neu eingebrachten Möbel schwerentflammbar sein. Als Nachweis gilt das nationale DIN 4102 B1 Zertifikat für stapelbare Objektstühle und Tische oder die europäische Norm DIN EN 13501-1.
Für gepolsterte Reihenstühle, Sessel und deren Bezugsstoffe ist zudem der Zigarettentest und Streichholztest nach DIN EN 1021 Teil 1 and 2 relevant. In reinen Fluchtwegen kann die Bauaufsicht sogar die anspruchsvolle DIN 66084 P-a (Polsterverbundprüfung) fordern.
Mechanische Festigkeit, Oberflächen und Logistik im Objektbereich
Um Personenschäden durch Materialversagen auszuschließen, müssen stapelbare Objektstühle der DIN EN 16139 entsprechen. Für den hochfrequentierten Einsatz von Stapelstühlen und Bankettstühlen in Großmengen muss zwingend die Zertifizierung DIN EN 16139 Prüfstufe 2 für den starken Objektbereich vorliegen. Für klappbare Tische gilt analog die DIN EN 15372 für den harten Objektbereich.
Ein robuster Stahlrohrstuhl als Objektmöbel oder ein leichter Aluminiumstuhl bietet hier die nötige Stabilität (Wandstärke Stahl mindestens 1,5 mm, Aluminium mindestens 2,0 mm). Tischplatten mit widerstandsfähiger HPL-Beschichtung müssen kratz-, stoß- und reinigungsmittelfest ausgeführt sein.